Taschengeld-Gläser

Ein völlig neuer Ansatz zu einem alten Thema.

Keine Angst – das mit den Gläsern ist ganz einfach! Und doch gibt es eine ganze Menge Gedanken und Erfahrungen dazu – und wer Lust drauf hat, liest hier das komplette rundum-gründlich-Konzept. Und die Geschichte derer, die's ausprobiert haben: Lotta, Alexander und ihre Eltern.

 

* * *

 

Di, da-da-da-da di da-da … als Lotta das erste Mal dieses Menuett von Bach spielen konnte, lagen Wochen des Übens hinter ihr. Jeden Tag dieselben Fingerübungen – zum Abschlussfest vor den Sommerferien wollte sie sich ja auf die Bühne trauen.

 

Und wie Lotta Klavierspielen – oder ihr großer Bruder Englisch-Vokabeln übt, so üben beide schon seit längerem auch etwas ganz anderes: den Umgang mit ihrem Taschengeld.

 

Ihr Taschengeld bekommen Lotta und Alexander einmal pro Woche. Und einmal pro Woche setzen sie sich Ziele, treffen Entscheidungen, planen.

 

Denn jede Woche ist anders – für das Abschlussfest an der Schule zum Beispiel wollen beide ein bisschen Geld für Kuchen und Lose übrig haben.

 

Von Mama und Papa bekommen die beiden nix mehr dazu. Ihre Eltern geben beiden ein bisschen mehr Taschengeld als früher, aber damit müssen sie auch auskommen.

 

Und das klappt? Mal gucken, wie die Familie von Lotta und Alexander das hinbekommen hat!

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„Am Anfang war es für uns echt schwer. So ein Eis oder andere Kleinigkeiten haben wir immer gerne zwischendurch spendiert. Das nicht zu tun, das müssen wir jetzt aushalten.“

„Ich kann immer sehen, wie viel ich hab. Auch wenn ich auf was sparen will. Dann tue ich mehr Geldstücke ins Spar-Glas, und das wird immer mehr.“

„Vor drei Wochen hatte ich das ganze Geld für den ferngesteuerten Rennwagen zusammen. Hat fast vier Monate gedauert! Und trotzdem hatte ich Geld für eine Blume zu Omas Geburtstag!“

„Wir hätten nie gedacht, dass die beiden so schnell lernen, eine Art Budget zu planen. Richtig vorausschauend!“

Das ganze, ausführliche Taschengeld-Konzept können Sie auch gerne hier als PDF herunterladen!
bricklebrit - Taschengeld-Konzept.pdf
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"Unsere Sparschweine früher waren im wahrsten Sinne des Wortes Black Boxes. Nie wusste ich, was drin war. Und so ist es irgendwie mit dem ganzen Thema gewesen. Das finde ich an den Gläsern von bricklebrit super: Da ist Transparenz Programm!"

 

Ingrid Stahmer

war Bürgermeisterin und Senatorin (u. a. für Jugend und Familie) im Berliner Abgeordnetenhaus. Heute ist sie Sprecherin der Landesarmutskonferenz Berlin, die sich für die Überwindung von Armut und sozialer Ausgrenzung einsetzt.


Worum geht’s?

Wie schaffen Kinder es, sich ihr Geld einzuteilen? Auf Dauer ganz alleine und ohne Hilfe? Wir suchten – und fanden eine tolle Lösung. Toll, weil ganz einfach – und ganz effektiv! Drei Gläser, drei Aufkleber und ein paar feste Regeln: fertig!

 

Mit diesem Modell sollen sich die Kinder überlegen, welche Wünsche sie haben:

  • langfristige Wünsche bedeutet Geld zu sparen
  • Flohmarkt nächste Woche – da lege ich mir was zurück
  • Mama hat in zwei Wochen Geburtstag – da möchte ich was Kleines schenken

 

Das Geld bekommen sie pünktlich Woche für Woche – ein ganzer Monat ist für Kinder mindestens bis zum Ende der Grundschule noch ein viel zu unüberblickbarer Zeitraum.

 

Die Regeln ... für Eltern

  • Die ganzen Extras zwischendurch – diese unsichtbaren Taschengeld-Aufstocker – entfallen!

„Natürlich geht ein Familienausflug ins Schwimmbad nicht zu Lasten des Taschengeldes. Aber das Extra-Eis am Donnerstag Nachmittag, der Kaugummi im Supermarkt, das kleine Bitte-Nein!-Bitte!-Nein!-Biiiitte!-Nagut-Spielzeug – das bezahlen die Kinder ab jetzt selbst.“

  • Dafür bekommen die Kinder so viel Taschengeld, dass sie auch tatsächlich ein bisschen wirtschaften können.

„Schon ein kleines Spielzeug einer bestimmten Marke kostet ja schnell 10 Euro. Die sollte zum Beispiel Lotta in ein paar Wochen zusammensparen können, sonst verliert sie die Lust am Thema. – Wir waren übrigens erstaunt, wie viele Extras wir Woche für Woche so durchgewunken haben. Das waren nicht selten mindestens 5 Euro.“

  • Auch wenn’s schwerfällt: Halten Sie es aus, dass Ihre Kinder ab und zu blank sind!

„Geld ist endlich – das ist doch eine wichtige Erfahrung! Wir dachten, die lassen wir Alexander und Lotta nicht erst beim Handyvertrag machen!“

Die Regeln ... für Kinder

  • Wenn Geld im „Für jetzt“-Glas liegt, darf damit alles passieren: Es darf ausgegeben werden, liegen bleiben oder in eines der anderen Gläser umgetopft werden.
  • Wenn die Entscheidung „für später“ oder „für Dich“ gefallen ist, bleibt das Geld dort. Es ist ab jetzt an den jeweiligen Anlass gebunden. Also an ein (wechselndes) Sparziel oder die „gute Tat“. Es gehört aber weiterhin dem Kind!

„Am Anfang wollte Alexander beliebig zwischen den Gläsern hin- und her-schieben. Die Sache mit der verbindlichen Planung war zuerst ein bisschen schwierig, aber genau die macht beiden mittlerweile echt Spaß. Weil sie merken, dass sie zum ersten Mal erfolgreich auf etwas sparen!“

Überblick: die drei Gläser

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  • Für jetzt (gleich ausgeben dürfen): Eis, Seifenblasen, Sammelkarten – alles, was Kinder sich zwischendurch leisten wollen.
  • Für später (für sich selbst zurücklegen): Zielsparen auf ein größeres Spielzeug, einen neuen Fußball – alles, was Mama und Papa nicht finanzieren. Oder auch Beteiligungen z. B. an der teureren Marken-Jeans.
  • Für Dich (für andere zurücklegen): Spende für notleidende Menschen, 50 Cent für den obdachlosen Bettler, eine Blume für Oma – alles, was anderen Freude macht.

Was steckt dahinter?

Lassen Sie Ihre Kinder ausprobieren! Lassen Sie sie Fehler machen! Wie Lotta und Alexander.

„Wir haben die beiden eigentlich alles machen lassen. Aber wir haben sie nicht allein gelassen! Wir haben sie begleitet, waren für ihre Fragen da.

Alexander zum Beispiel wollte unbedingt ein ferngesteuertes Auto haben. Direkt hier im Kaufhaus gab es eins für knapp 25 Euro. Wir haben über das Thema Preisvergleich gesprochen und Alexander im Internet schauen lassen. Da fand er das gleiche Auto für 17,99 Euro – aber auch jede Menge Käufer, die das Auto schlecht bewertet haben. Er hat ganz alleine weitergesucht – und ein Auto für 50 Euro gefunden, das fast nur gute Bewertungen hatte. Darauf hat er länger sparen müssen – aber er war am Ende stolz wie Oskar!“

Die Lernerfolge hinter der Idee

Was habe ich?

Sichtbare Barschaft statt BlackBox – im wahrsten Sinne des Wortes: Transparenz.

Eigene Strategien entwickeln und ausprobieren.

Die nächste Woche im Blick haben, Geld aufteilen, Geld zurücklegen, sich über Erfolg freuen. Dazu gehört auch: Enttäuschungen erleben und mit ihnen zurechtkommen.

Wie viel bleibt übrig, wenn ich etwas ausgebe?

Mit den ganz Kleinen muss nicht gerechnet werden – es reicht, wenn Kinder merken, dass es weniger wird. Dass Geld nicht unbegrenzt vorhanden ist.

Wie schaffe ich es, „mehr“ zu haben?

Nicht alles ausgeben, Geld zurücklegen, Geduld haben – in altersgerechten Dimensionen. Später ausbaubar.

„Schon Lotta hat ganz viele Dinge gelernt, die erst mal nichts mit Geld zu tun haben: Geduld zu haben, zu planen, Prioritäten zu setzen.

Sie hat neulich Stunden damit zugebracht, die Vor- und Nachteile eines Spielzeugs abzuwägen: Das gab es plötzlich mit ein paar Extras weniger für 25 statt 30 Euro. Die 25 Euro hatte sie schon. Aber eigentlich wollte sie die Extra-Variante. Toll, was ihr da alles durch den Kopf ging! Sie saß am Küchentisch und hat mit mir gefachsimpelt über brauchen und wollen, über woanders billiger finden, darüber, dass die Extras ja in weiter Ferne wären, wenn sie jetzt schon zuschlägt, aber auch, ob die Extras wirklich 5 Euro wert sind. Da ging es an vielen Stellen überhaupt nicht um Geld, sondern um ganz praktische Überlegungen.“

Und los geht’s!

Unsere drei Aufkleber sind fast schon alles, was Sie brauchen. Was noch fehlt, haben Sie zuhause: Drei leere Marmeladen- oder Gurkengläser – oder gerne auch drei Kunststoff-Dosen für die Kleinen. Wichtig ist, dass das Geld zu sehen ist. Denn es soll kein Geheimnis sein, was sich in den Gläsern befindet. Die Kinder sollen ihre Geldbewegungen im Auge behalten.

 

Sie sollen mit den Gläsern „arbeiten“: also kein Verstauben in Kinderzimmern! Es ist wichtig, dass die Gläser einen gut sichtbaren und schönen Ort bekommen.

So geht’s in der Praxis:

Einer Studie zufolge bekommen die 6- bis 13-Jährigen in Deutschland durchschnittlich 28 Euro im Monat. Mit diesem Wert arbeiten wir mal: Ihr Kind bekommt also wöchentlich 7 Euro.

Tipp

Geben Sie Ihrem Kind die 7 Euro in vielen Münzen:

1 x 2 Euro

2 x 1 Euro

4 x 50 Cent

5 x 20 Cent

Das macht es Ihrem Kind viel leichter!

2,50 Euro kommen in das „für später“-Glas, 50 Cent ins „für Dich“-Glas. Das ist eine feste Regel und wird ganz am Anfang zusammen mit den Kindern ausgemacht. Den Rest kann das Kind aufteilen, wie es möchte. Wichtig ist, dass dieser „Rest“ größer ist als der Betrag fürs „für später“-Glas. Wenn trotzdem noch mehr in das „für später“-Glas soll, dann kann das Kind das selbst entscheiden.

„Was in dem „für jetzt“-Glas liegt, dürfen Lotta und Alexander ausgeben, wie sie wollen. Wir gucken nicht weg, beraten sie. Aber die letzte Entscheidung fällen die beiden selbst. Wir haben nur grundsätzlich ein paar Regeln aufgestellt, die für alle in der Familie gelten. Unter der Woche keine Süßigkeiten zum Beispiel – aber das macht jede Familie anders.“

Tipp

Wenden Sie keine abstrakten Sparpläne aus der Erwachsenen-Welt an. „Unsere“ Dimensionen sind für Kinder zu unwirklich. Wenn Kinder einige Wochen oder sogar Monate sparen, ist das eine sehr lange Zeit für sie.

 

„Lottas Beträge im „für Dich“-Glas sind klein aber regelmäßig. Sie fragt jetzt immer, wer als nächstes Geburtstag hat. Manchmal möchte sie auch dem Obdachlosen an der Bushaltestelle etwas geben.

 

Wir haben selbst ein „Für Dich“-Glas eingerichtet und mit den Kindern besprochen, für wen wir Eltern sammeln können. Wir kamen schnell auf Themen, die nichts mehr direkt mit Geld zu tun haben. Es gibt in der Altstadt zum Beispiel einen stadtbekannten Bettler mit einer Gitarre. Warum lebt der so? Und seit wann?

 

Alexander liebt Hunde und hat in der Schule von Straßenhunden in Rumänien gehört, für die er etwas spenden wollte. Wir haben über eine Patenschaft für ein Kind in der Dritten Welt gesprochen – und tatsächlich wollten sie beide mal die Suppenküche für Obdachlose mit uns besuchen, das hätte ich nie gedacht!

 

Neulich hatte Lottas Freundin ihr bei den Hausaufgaben geholfen, da war sie ganz glücklich, ihr dafür eine kleine Tüte Schokolinsen zu schenken, die sie selbst gekauft hat!“

Noch mehr Tipps

  • Erweitern Sie das Modell: Geben Sie Zinsen! Alles, was Ihr Kind in das „Für später“-Glas tut, legen Sie was oben drauf. Das kann spannend sein: Ist Ihr Kind ein kühler Rechner? Maximale Verzinsung vor kurzfristigem Genuss? Oder verzichtet es auf den größtmöglichen Gewinn, weil es sich im Alltag Handlungsspielräume erhalten will?
  • Werden Sie kreativ! Den ersten Euro verzinsen Sie zu 100 %, den zweiten zu 50 %, den dritten wieder zu 100 %. Ab dem vierten gibt es keine Zinsen mehr. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – und wir versprechen: Es wird auch Ihnen Spaß machen!
  • Machen Sie den Spar-Wunsch sichtbar! Lassen Sie Ihr Kind ein Bild vom Ersehnten ins Glas legen.
  • Machen Sie den Spar-Fortschritt sichtbar! Ein Von-bis-Strahl färbt sich Woche für Woche weiter nach rechts, bis der Betrag zusammen ist.

Es gibt kein RICHTIG und kein FALSCH. Es geht um die spielerische Vermittlung von Geldthemen – aber auch von ganz anderen Werten: Geduld, Hilfsbereitschaft, Konsequenz …

Und hier gibt's die Aufkleber!

Aufkleber für Taschengeld-Gläser

Pro Set kommen 3 Aufkleber mit je einem Motiv "für jetzt", "für später" und "für Dich".

 

  • Größe: je 9,5 cm Ø
  • Material: Folie, darf auch mal abgewischt werden
  • Preis: 5 Euro, Versand zum Selbstkostenpreis nach D, A, CH
  • Lieferung ohne Gefäße

 

Die "Gebrauchsanweisung" gibt's als ausführliches PDF hier zum Download.

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