Die ersten Erfahrungen mit Coworking hat bricklebrit vor ein paar Jahren in Kooperation mit der Schuldner- und Insolvenzberatung Lichtenberg e. V. gemacht. Seither ist diese Form des gemeinsamen Arbeitens nicht mehr aus unserem Portfolio wegzudenken – es gibt nichts Besseres! Wir probieren uns immer wieder aus – verändern Zeiten, Zusammensetzungen und Dauer. Aber eins bleibt gleich: Wir treffen uns im digitalen Raum, arbeiten in 25-Minuten-Einheiten nach der Pomodoro-Technik – und Kirstin ist immer dabei.
Wir verabreden uns regelmäßig online. Jede:r arbeitet an eigenen Aufgaben – aber gemeinsam, konzentriert und verbindlich.
In 25-Minuten-Phasen (Pomodoro-Technik) setzen wir um, was sonst liegen bleibt – Schritt für Schritt, begleitet und strukturiert.
Wir sprechen kurz über Erfolge, Hürden oder Gedanken – das sorgt für Klarheit, Motivation und echte Entlastung.
Bei ADHS geht es oft um das „Intention-Action-Gap“ – die Lücke zwischen Absicht und Handlung. Im Zusammensein mit anderen gelingt es viel leichter, diese Lücke zu schließen: Wir überlisten gemeinsam unser Gehirn. Auch wenn alle nur als Kacheln auf dem Bildschirm erscheinen, entsteht eine starke Dynamik: Ich tue etwas – weil andere auch etwas tun.
„Ich hätte nie gedacht, dass mich ein Zoom-Termin motivieren kann, meine Geldangelegenheiten durchzugehen – aber genau das passiert.“
– Teilnehmerin aus Berlin Lichtenberg
Wissen und Unwissen, Sicherheit und Unsicherheit, Frust und Zuversicht wechseln ständig – manchmal sogar von Aufgabe zu Aufgabe. Das ist normal. Wichtig ist, dass du dranbleibst und erlebst, wie viel leichter Dinge werden, wenn du nicht mehr versuchst, sie allein zu schaffen.
bricklebrit-Empfehlung
Wenn du Dinge beim Geld wirklich anders machen willst – probier es aus! Leg deine Zweifel beiseite und erlebe, wie leicht Veränderung werden kann, wenn du sie nicht allein angehst.
Viele Aufgaben bleiben liegen, weil etwas unklar ist. Wenn wir Hürden und Gedanken aussprechen, schaffen wir für unser Gehirn die beste Voraussetzung, um Prokrastination zu verhindern – und kleine Erfolge sichtbar zu machen.
Wissen und Unwissen, Sicherheit und Unsicherheit, Frust und Zuversicht – sie wechseln ständig, manchmal von Aufgabe zu Aufgabe. Das ist normal. Wichtig ist, dass du dranbleibst und erlebst, wie viel leichter Dinge werden, wenn du nicht mehr versuchst, sie allein zu schaffen.
Echte Erfahrungen, ehrliche Worte – so wirkt gemeinsames Arbeiten mit bricklebrit.
„Mir fällt es sehr schwer, Struktur in mein Leben zu bringen, insbesondere im Umgang mit Finanzen. Manchmal gelingt es gar nicht. Die gemeinsamen Arbeitssitzungen sind mir da eine
große Hilfe. Es ist ein Punkt in der Woche, den ich strikt einhalte, wo ich etwas schaffe mit anderen zusammen, mit Unterstützung. Dann schaffe ich es sogar ohne
Prokrastinieren.
Ich bleibe dran. Ich bekomme Hilfe und verstehe, warum ich gerade prokrastinieren will. Was in meinem Gehirn passiert. Es hilft mir dann auch für die Zeit danach. Und wenn ich
trotzdem wieder absacke, weiß ich doch: Es kommt wieder eine neue Session – da wird mir wieder etwas gelingen.
Deshalb ein großes Dankeschön an Kirstin. Danke, dass es diese Arbeitssitzungen gibt. Das kommt in meinem Jahresrückblick auf die Dankes-Liste zu den Punkten, wo sich etwas bewegt
hat in diesem Jahr.“
„Vor meiner Teilnahme an 'Papierkram' ging es mir nicht besonders gut. Ich hatte viele Probleme, vor allem aber diese blöden Schulden. Die führten dazu, dass ich mich komplett
zurückgezogen habe. Es war meine Schuldnerberaterin, die mir sagte, ich sollte es mal mit Papierkram und Kirstin versuchen.
Ich wollte schon lange meine Unterlagen ordnen und ein Ablage-System aufbauen, das mich weniger stresst, weil ich nie etwas finde und wichtige Unterlagen verlege. Mein Leben ist
noch nicht komplett wieder in Ordnung – das geht leider nicht so schnell. Trotzdem habe ich seit langer Zeit mal wieder Hoffnung, dass ich das irgendwann schaffe.
Die Kombination aus fachlicher Beratung und Coworking war für mich perfekt.“
„Ich kannte ADHS-Arbeitsgruppen ohne Leitung. Aber hier hat es einen Unterschied gemacht, weil es Kirstin gab, die als Moderatorin den sogenannten Hut aufhatte. Ich habe gemerkt,
dass es das braucht, weil es insgesamt nicht einfach ist, in einer Gruppe offen über die eigenen finanziellen Sachen oder sogar Probleme zu sprechen.
Daher war es toll, dass Kirstin eine immer unterstützende Atmosphäre geschaffen hat. Ich mag das, wenn sie auch mal einen Witz macht, obwohl die eigene Situation gar nicht zum
Lachen ist.
Ich war erst skeptisch, ob das was für mich ist. Sie hat es geschafft, die Verbindung zwischen unseren vielen individuellen Herausforderungen, ADHS und Geldverhalten
herzustellen.“
„Seitdem ich mich erinnern kann, hat mir mein ADHS Probleme bereitet. Dabei sind fast alle Bereiche meines Lebens betroffen – insbesondere aber der immer wieder notwendige (und
nervige) Austausch mit Behörden.
Dazu kamen bei mir einige Auseinandersetzungen mit Inkassounternehmen. Seitdem ich mich nun regelmäßiger um diese Sachen kümmere, ist mein Leben etwas ruhiger geworden.
Super für mich ist, dass die Gruppe online zugänglich ist – ich kann mich dort meinen Aufgaben widmen, wo sie liegen: auf meinem Schreibtisch!“
„Die regelmäßigen digitalen Coworking-Treffen haben mir geholfen, mich selbst besser zu organisieren. Für mich stand im letzten Jahr die Jobsuche an erster Stelle. Da ich längere
Zeit krankgeschrieben war, fehlte mir die Übung – und ehrlich gesagt der Mut.
Im Austausch mit den anderen, die auch alle ADHS haben, und zusammen mit Kirstin konnte ich neue Ideen und Zuversicht entwickeln. Es ist erstaunlich, wie viel Motivation in einer
Gruppe steckt.
Ich bin jetzt stolz darauf, dass ich das geschafft habe – fast alleine! Der Unterschied war, dass diesmal jemand da war, als ich Unterstützung brauchte.“
„Die wöchentlichen Sitzungen bei 'Papierkram' sind für mich wie ein finanzielles Workout. Gemeinsam mit anderen entwickeln wir die Übung, die vielen von uns im Alltag fehlt, um
unsere Ziele zu erreichen.
Sich Dinge vorzunehmen und sie dann nicht in Angriff zu nehmen, nagt an einem. Ganz oft komme ich aus meiner Scham nicht raus – und mache dann alles, was nicht gut für mich
ist.
Für mich war es eine besondere Erfahrung, dass die anderen meine Herausforderungen, Widerstände, Gedanken und Gefühle verstehen konnten. Mit dieser Unterstützung schaffe ich nun
regelmäßig Dinge, die ich sonst ewig vor mir herschieben würde.“
Nein, gar nicht. Viele starten bei null – wichtig ist nur die Bereitschaft, regelmäßig teilzunehmen und Neues auszuprobieren.
Schreib einfach über das Kontaktformular oder direkt per E-Mail an Kirstin. Du erhältst dann alle Infos zu Ablauf und Teilnahme.
Eigentlich ist das nicht so gedacht, denn am wirksamsten ist es, wenn wir gemeinsam auch auf das schauen, was hinter den Aufgaben steckt – auf Strukturen, Gewohnheiten und die Dinge, die anstehen. So entsteht nachhaltige Veränderung, statt einfach nur weiterzumachen wie bisher.
Manchmal ist es aber genau richtig, klein anzufangen. Für manche ist es hilfreich, erst einmal in regelmäßige Termine hineinzuwachsen, Vertrauen zu sich selbst, zu anderen und zu bricklebrit aufzubauen und sich langsam kennenzulernen.
Wenn das dein aktueller Stand ist, sprich bricklebrit gern an. Wir finden dafür eine schnelle und unbürokratische Lösung. Niemand soll ausgebremst werden – jede:r hat sein eigenes Tempo, und das gilt es nicht zu bewerten. Kirstin freut sich über jeden Kontakt und darüber, wenn du dich auf den Weg machst.
Das Projekt „Papierkram“ wurde 2023 in Berlin-Lichtenberg ins Leben gerufen – im Rahmen des Angebots der Schuldner- und Insolvenzberatung Julateg Finsolv Lichtenberg e. V.. Es diente als Erprobungsprojekt, um Menschen mit ADHS in ihrem Umgang mit Finanzen praktisch zu unterstützen.
📖 Publikation im iff-Überschuldungsradar
Im iff-Überschuldungsradar (40/2024) hat Kirstin die zentralen Erkenntnisse aus dem Projekt veröffentlicht. Der Bericht zeigt, wie wichtig zielgruppenspezifische Ansätze für
Menschen mit ADHS auch in der Schuldner- und Insolvenzberatung sind.
Titel: „ADHS und Finanzen – Die unsichtbaren Barrieren im Blick. Es braucht neue Ansätze in der Sozialen Schuldnerberatung!“
Zur
Publikation im iff-Überschuldungsradar →
🎧 Interview & Einblicke
Im Gespräch mit Deutschland im Plus erzählt Kirstin ausführlicher über die Unterstützung von Erwachsenen mit ADHS und über ihre Erfahrungen aus dem Projekt „Papierkram“.
Zum
Interview →
Coworking bedeutet, dass mehrere Menschen gleichzeitig an ihren eigenen Aufgaben arbeiten – in einer geteilten, verbindlichen Arbeitsatmosphäre. Im Kontext von bricklebrit ist Coworking kein bloßes Nebeneinander-Arbeiten, sondern eine Form von gegenseitiger Unterstützung und Aktivierung.
Dinge zu erledigen fällt bei ADHS oft schwer – sie werden leicht aufgeschoben. Wenn man aber genau in dem Moment, also am Point of Performance, mit anderen zusammenarbeiten oder spontan etwas klären kann, wird die Hürde des Erledigens wirksam verringert. Selbstregulation entsteht nicht im stillen Kämmerlein, sondern durch Resonanz, Struktur und Gemeinschaft.
So wird Coworking zu einer der hilfreichsten Strategien überhaupt, ADHS-gerecht ins Handeln zu kommen.
Body Doubling beschreibt, dass allein die Anwesenheit einer anderen Person helfen kann, konzentrierter zu arbeiten oder überhaupt anzufangen. Diese Person übernimmt keine Aufgaben – sie ist einfach da. Genau das reicht oft, um Fokus und Motivation zu aktivieren.
Für viele Menschen mit ADHS wirkt Body Doubling wie ein externer Anker: Es bringt Ruhe, Orientierung und Sicherheit in Momente, in denen das eigene Gehirn sonst abschweift oder blockiert. Bei bricklebrit ist dieses Prinzip ein natürlicher Bestandteil der Gruppenarbeit und digitalen Coworking-Sessions.
Die Pomodoro-Technik teilt Arbeit in kurze, klar begrenzte Zeitabschnitte: meist 25 Minuten konzentriertes Arbeiten, gefolgt von 5 Minuten Pause. Für Menschen mit ADHS schafft das Struktur, verhindert Überforderung und ermöglicht schnelle Erfolgserlebnisse.
Das regelmäßige Starten, Stoppen und Pausieren unterstützt die Selbststeuerung und stärkt das Gefühl, Aufgaben aktiv zu gestalten. Auch bei bricklebrit werden ähnliche Zeitstrukturen genutzt – flexibel, aber mit demselben Ziel: Bewegung, Fokus und machbare Schritte.
